20.07.2026

Aktive Zero-Day Angriffe auf SonicWall SMA1000: Jetzt handeln

 

Fernzugriffslösungen gehören seit Jahren zu den bevorzugten Angriffszielen von Cyberkriminellen. Über diese Lösungen erhalten Mitarbeitende, Partner oder externe Dienstleister Zugriff auf interne Unternehmenssysteme – gleichzeitig stellen sie jedoch auch einen besonders attraktiven Einstiegspunkt für Angreifer dar. Gelingt die Kompromittierung eines solchen Systems, kann dies weitreichende Folgen für die gesamte IT-Infrastruktur haben.

Aktuell warnt der Hersteller SonicWall vor zwei Sicherheitslücken in der SMA1000-Serie, die bereits aktiv ausgenutzt werden. Da derzeit keine alternativen Schutzmaßnahmen existieren, sollten betroffene Unternehmen die bereitgestellten Sicherheitsupdates schnellstmöglich installieren und ihre Systeme vorsorglich auf Anzeichen einer Kompromittierung überprüfen.

Was ist passiert?

Die SonicWall SMA1000-Serie ist ein System für den sicheren Fernzugriff auf Unternehmensnetzwerke. Über sie greifen Mitarbeitende oder externe Dienstleister verschlüsselt auf interne Systeme zu. Gerade deshalb sind diese Geräte ein attraktives Ziel für Angreifer.

SonicWall hat zwei Schwachstellen veröffentlicht (CVE-2026-15409 und CVE-2026-15410), die bereits vor Veröffentlichung der Sicherheitsupdates aktiv ausgenutzt wurden, sogenannte Zero-Day-Schwachstellen. Die US-Cybersicherheitsbehörde CISA hat beide deshalb in ihren Katalog der aktiv ausgenutzten Sicherheitslücken aufgenommen.

Wie funktioniert der Angriff?

Die Angriffe kombinieren zwei unterschiedliche Schwachstellen miteinander. Zunächst kann ein Angreifer das System dazu bringen, interne Anfragen in seinem Auftrag auszuführen (Server-Side Request Forgery, SSRF). Dadurch lassen sich Sicherheitsmechanismen umgehen und weitere interne Komponenten erreichen.

Anschließend wird eine zweite Schwachstelle in der Management-Konsole ausgenutzt (Command Injection), um beliebige Systembefehle auszuführen. Obwohl diese zweite Schwachstelle für sich genommen Administratorrechte erfordert, können beide Sicherheitslücken gemeinsam genutzt werden, um das System vollständig zu kompromittieren. SonicWall bewertet diese Angriffskette deshalb insgesamt mit dem maximalen Schweregrad CVSS 10.0.

Was ist betroffen?

Betroffen sind ausschließlich folgende Modelle der SonicWall SMA1000-Serie:

  • SMA6210
  • SMA7210
  • SMA8200v

mit den Firmware-Versionen 12.4.3-03245 bis 12.5.0-02800.

Nicht betroffen sind hingegen: 

  • SonicWall Firewalls
  • SSL-VPN auf SonicWall Firewalls
  • SonicWall SMA-100-Serie

Wie kann ich mich schützen?

Wir empfehlen betroffenen Unternehmen folgende Maßnahmen:

  • Prüfen Sie zunächst, ob in Ihrer Umgebung eine SonicWall SMA1000 eingesetzt wird. Falls nicht, besteht im Zusammenhang mit dieser Warnung kein Handlungsbedarf.

 

  • Installieren Sie unverzüglich die von SonicWall bereitgestellten Hotfixes (Version 12.4.3-03453, 12.5.0-02835 oder neuer). Da keine Workarounds verfügbar sind, ist das Sicherheitsupdate die wichtigste Schutzmaßnahme.

 

  • Kontrollieren Sie, ob das System bereits kompromittiert wurde. Anzeichen können unter anderem unbekannte Administratorkonten, unerwartete Änderungen an der Systemkonfiguration, verdächtige Anmeldeversuche, versuchte Ausführung von schadhaften Skripten oder ungewöhnliche Aktivitäten in den Protokolldateien sein. SonicWall hat hierzu konkrete Indicators of Compromise (IOCs; https://www.sonicwall.com/support/notices/product-notice-sma-1000-series-affected-by-multiple-vulnerabilities/kA1VN000001nv6D0AQ) veröffentlicht, anhand derer sich betroffene Systeme überprüfen lassen.

 

  • Prüfen Sie die Protokolle (Logs) insbesondere auf verdächtige Zugriffe auf die Endpunkte /__api__/login und /__api__/logout, ungewöhnliche Anfragen an /wsproxy sowie unerwartete Änderungen an der Systemkonfiguration. Diese Aktivitäten können auf eine erfolgreiche Ausnutzung der Schwachstellen hindeuten.

 

  • Werden Hinweise auf eine Kompromittierung festgestellt, empfiehlt SonicWall, das betroffene System vollständig neu bereitzustellen. Anschließend sollten sämtliche Benutzer- und Administratorkennwörter geändert sowie alle eingerichteten TOTP-Tokens für die Mehrfaktor-Authentifizierung zurückgesetzt werden.

Fazit

Die aktuellen Angriffe zeigen erneut, dass Systeme für den Fernzugriff weiterhin zu den wichtigsten Angriffszielen von Cyberkriminellen gehören. Obwohl ausschließlich die SonicWall SMA1000-Serie betroffen ist, sollten Unternehmen mit entsprechenden Appliances die Warnung ernst nehmen. Da die Schwachstellen bereits aktiv ausgenutzt werden und keine Workarounds existieren, ist eine schnelle Installation der bereitgestellten Hotfixes entscheidend.

Auch Unternehmen, die nicht betroffen sind, können aus diesem Vorfall wichtige Erkenntnisse ziehen: Fernzugriffssysteme sollten regelmäßig aktualisiert, Administrationszugänge bestmöglich abgesichert und sicherheitskritische Systeme kontinuierlich überwacht werden. So lässt sich das Risiko erfolgreicher Angriffe langfristig deutlich reduzieren.

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Quellen & weiterführende Informationen

SonicWall PSIRT Advisory SNWLID-2026-0008

CISA – Known Exploited Vulnerabilities (KEV)

BleepingComputer – SonicWall warns of SMA1000 flaws exploited in zero-day attacks