Malvertising (eine Kurzform von „malicious advertising“) bezeichnet eine Methode, bei der Online-Werbeanzeigen gezielt zur Verbreitung von Schadsoftware (Malware) missbraucht werden. Die Anzeigen wirken auf den ersten Blick harmlos und erscheinen häufig sogar auf seriösen Webseiten, enthalten jedoch versteckten Schadcode.
Beim Malvertising schalten Cyberkriminelle manipulierte Werbeanzeigen über gängige Werbenetzwerke. Diese Anzeigen werden dann auf vielen verschiedenen Webseiten ausgespielt – oftmals ohne Wissen der Seitenbetreiber. Die schädliche Funktion kann entweder durch einen Klick aktiviert oder automatisch ausgelöst werden, etwa wenn die Anzeige angezeigt wird und das System eine ungepatchte Sicherheitslücke aufweist.
Zu den möglichen Auswirkungen gehören:
Infektion mit Malware (z. B. durch Drive-by-Downloads)
Weiterleitung auf betrügerische oder gefälschte Webseiten
Darstellung manipulierter Warnungen („Ihr Gerät ist infiziert“)
Auslesen oder Abgreifen von Zugangsdaten
Malvertising kann im Büroalltag an vielen Stellen auftreten – insbesondere dort, wo Mitarbeitende im Internet surfen:
Auf Nachrichtenportalen, Fachseiten oder Blogs, die Werbeanzeigen einbinden
Beim Besuch von Online-Tools oder Diensten, die durch Werbung finanziert werden
In Suchergebnissen, bei denen gekaufte Anzeigen eingeblendet werden
In kostenlosen Anwendungen, die über eingebettete Werbung finanziert sind
Gerade in KMU, wo private und berufliche Internetnutzung manchmal vermischt wird, ist die Gefahr besonders groß, versehentlich auf schädliche Inhalte zu stoßen.
Um das Risiko durch Malvertising zu verringern, sollten Unternehmen und Mitarbeitende folgende Maßnahmen umsetzen:
Software regelmäßig aktualisieren (Betriebssystem, Browser, Plugins)
Werbeblocker (Ad-Blocker) im Browser einsetzen, um schädliche Anzeigen zu unterdrücken
Nur offizielle und vertrauenswürdige Quellen für Software und Downloads nutzen
Antiviren- und Sicherheitssoftware verwenden, die Webseiten und Downloads prüft
Sensibilisierung der Mitarbeitenden für Cyberrisiken und betrügerische Online-Werbung
Verdächtige Webseiten meiden, insbesondere bei ungewöhnlich günstigen Angeboten oder auffälligen Werbebotschaften